Krankheiten und neue Kriege erschweren die Entwicklung von Handwerk und Gewerbe

1779

Nach den Kriegen kommen wieder ansteckende Krankheiten und Tod über Bitz - die "Blattern" und das "hitzige Fieber". 9 bis 11 Personen sterben jährlich an den Blattern, hauptsächlich Kinder. 1786 sterben 31 Personen am hitzigen Fieber. In der alten Chronik verlautet: "Die dem Tode entgangenen blieben oft in schrecklicher Weise entstellt, blind, taub oder des Gebrauchs ihrer Glieder beraubt". Um 1800 werden die ersten Impfungen gegen Kindsblattern und Kuhpocken durchgeführt.

1790

Die Mousselinstickerei hat in Bitz Einzug gehalten. An langen Winterabenden in der "Lichtstube" erarbeitet sich die ganze Familie ein Zubrot. Aber in den Lichtstuben werden auch aufklärerische und revolutionäre Schriften von französischen Philosophen erzählt und heftig diskutiert. Der Drang der Bitzer zur Freiheit wird neu belebt, kann aber erst Jahrzehnte später verwirklicht werden.

1792

Nach kurzer Friedenszeit bringen die Napoleonischen Kriege, beginnend mit dem ersten Koalitionskrieg (1792-1797) wieder Hunger und Not über Bitz. Zum erstenmal werden 2 Männer aus Bitz zum Kriegsdienst eingezogen. Sie kämpfen an der Seite Österreichs gegen Napoleon. Im Rathaus in Ebingen wird durch Würfelspiel ermittelt, wer in den Krieg muss.

1796

Am 4. Oktober 1796 von 2 Uhr bis 6 Uhr nachmittags hat Bitz die schwersten Plünderungen durch französische Truppen zu erdulden. Die Beute allein an diesem Tag beträgt über 800 Gulden. Am Ende des Krieges hat Bitz für Munitions- und Nahrungstransporte, für Lieferungen und Abgaben insgesamt über 5000 Gulden zu bezahlen.

1799

Im 2. Koalitionskrieg (1799-1802) verursacht wiederum die Einquartierung von französischen Truppen auch in Bitz hohe Kosten. Neben Rauben und Plündern werden mehreren Bauern Ross und Wagen abgenommen. Durch die häufigen französischen Einquartierungen finden viele französische Begriffe Eingang in unsere Sprache (Kanapee, Reservoir, vis-a-vis, Trottoir, Souterrain, Vise-ma-tente und viele mehr)

1800

Die ersten Tüftler und Erfinder waren die Bitzer Schmiede Bitzer Schmiedemeister erfinden den sogenannten "Bitzer Wendepflug", der weit über die Grenzen unserer Heimat hinaus verkauft und produziert wird.

Pflügen mit dem Ross

Heute ein seltenes Bild: Beim Pflügen mit dem Ross auf der Höhe von Freudenweiler.


 

Die Vor- und Frühgeschichte - Kelten - Römer - Alemannen 10000 v. Chr. - 600 n. Chr.

Bitz im Mittelalter unter Lichtensteiner Herrschaft 700 - 1400

Bauernkrieg und kirchliche Reformation 1400 - 1600

Die Zerstörung von Bitz im 30-jährigen Krieg 1600 - 1648

Kriegslasten durch europäische Nachbarn 1650 - 1780

Die Bitzer kämpfen mit und gegen Napoleon 1802 - 1815

Ein Vulkan in Indonesien bringt Hunger über Bitz 1817

Bitz kauft sich von Ebingen frei 1820 - 1840

Es wird schwieriger, die Bevölkerung zu ernähren 1840 - 1870

Wandel von Landwirtschaft zu Industrie 1870 - 1914

Das neue Jahrhundert beginnt 1900 - 1914

2 Weltkriege bringen die Erinnerung an Hunger u.Tod zurück 1914 - 1945

Das Ortsbild ändert sich ab 1945 stärker als über Jahrhunderte zuvor

 

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